Frankfurter Schiedsrichter und Paten trainieren Deeskalation und Konfliktmanagement.
Wie bleibe ich als Schiedsrichter ruhig, wenn es auf dem Platz emotional wird? Wie erkenne ich Konflikte frühzeitig – und wie kann ich verhindern, dass eine Situation eskaliert? Mit diesen Fragen beschäftigten sich ausgewählte junge Schiedsrichter und Paten der Schiedsrichtervereinigung Frankfurt bei einem Tagesworkshop beim TSV Medenbach.

Als Referent konnte mit Christoph Kuolt, Ausbilder an der BKA-Führungsakademie mit den Schwerpunkten Konfliktmanagement und Ausbilder-Fortbildungen, ein ausgewiesener Experte gewonnen werden. Im Mittelpunkt des praxisorientierten Workshops standen Deeskalation, Konflikterkennung und Konfliktmanagement sowie der Umgang mit Stresssituationen.
Gerade für junge Schiedsrichter gehören emotionale und konfliktbehaftete Situationen zu den größten Herausforderungen auf dem Fußballplatz. Entscheidend ist dabei häufig nicht allein, was der Schiedsrichter sagt, sondern wie er auftritt und kommuniziert. „Eine ruhige Körpersprache, eine klare Stimme, aktives Zuhören und kurze, verständliche Aussagen können wesentlich dazu beitragen, Konflikte gar nicht erst entstehen oder weiter eskalieren zu lassen“, sagt Jung-Schiedsrichter Cayo Egle. Ebenso wichtig sei es, emotionale Reaktionen von Spielern oder Trainern nicht persönlich zu nehmen, Konfrontationen zu vermeiden und dennoch klare Grenzen zu setzen.

Eine zentrale Erkenntnis des Workshops lautete deshalb:
„Beziehung vor Eskalation – Ruhe vor Reaktion – Klarheit ohne Konfrontation.“
Eine besondere Bedeutung kommt dabei auch den Schiedsrichter-Paten zu, die eine coachende Rolle einnehmen. Sie sollen junge Schiedsrichter nicht nur fachlich begleiten, sondern ihnen auch dabei helfen, schwierige Situationen selbst zu analysieren und eigene Lösungsstrategien zu entwickeln. Fragen wie „Was ist passiert?“, „Was wolltest du erreichen?“ oder „Was könntest du beim nächsten Mal anders machen?“ können dabei wirkungsvoller sein als das bloße Vorgeben einer vermeintlich richtigen Lösung.
Der Pate wird damit zum Begleiter auf Augenhöhe: Er schafft Vertrauen, gibt Orientierung, greift Probleme frühzeitig auf und unterstützt den Schiedsrichter dabei, zunehmend selbstständig und souverän zu handeln. Die Teilnehmenden sollen das erworbene Wissen künftig als Multiplikatoren insbesondere an junge Schiedsrichter der Schiedsrichtervereinigung Frankfurt weitergeben.
Der Workshop wurde als ganztägiger Lehrgang mit Förderung und Unterstützung der Daniel-Nivel-Stiftung unter dem Stiftungsdach des DFB durchgeführt.
„Unser großer Dank geht an die Daniel-Nivel-Stiftung. Sie hat es uns ermöglicht, mit dem Workshop einen weiteren und zugleich wichtigen Baustein in der nachhaltigen Förderung unserer Nachwuchsschiedsrichter zu setzen. Neben Regelkenntnis und Fitness entscheidet gerade der souveräne Umgang mit Menschen und Konflikten darüber, wie sicher ein Schiedsrichter auf dem Platz agiert“, sagt Kreisschiedsrichterobmann Goran Culjak.
Die Schiedsrichtervereinigung Frankfurt wird künftig das Konfliktmanagement sowie die Ausbildung ihrer Paten noch stärker in der Aus- und Fortbildung ihrer Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter verankern.

